· Mushtari Team · 2 Min. Lesezeit

Gebäudereinigung in Deutschland: eine Million Jobs, fast die Hälfte in Minijobs

Die Gebäudereinigung ist das beschäftigungsstärkste Handwerk in Deutschland.

Für Unternehmen, die Reinigung einkaufen, lohnt ein Blick auf die Zahlen: Sie erklären Preise, Qualität und warum Verlässlichkeit nicht selbstverständlich ist.

Eine Reinigungskraft saugt den Teppichboden eines Büros

Die Zahlen

1,0 Mio.
Beschäftigungsverhältnisse im Gebäudereiniger-Handwerk (2024)ZDH / Destatis
28,9 Mrd. €
Umsatz der Branche (2024)ZDH / Destatis
46,7 %
Anteil geringfügiger Beschäftigung an allen Jobs (2024)ZDH / Destatis, eigene Berechnung
15,00 €
Branchenmindestlohn Lohngruppe 1 pro Stunde (2026)BGBl. 2025 I Nr. 22

Eine große Branche aus vielen kleinen Betrieben

Laut Handwerkszählung 2024 zählt das Gebäudereiniger-Handwerk 1.005.213 Beschäftigungsverhältnisse in 34.289 Unternehmen, mit einem Umsatz von 28,9 Milliarden Euro. Der Bundesinnungsverband bezeichnet sie als beschäftigungsstärkste Handwerksbranche Deutschlands.

Ein Hinweis zur Statistik: Seit 2024 werden Beschäftigungsverhältnisse gezählt, nicht Personen. Wer zwei Jobs hat, zählt zweimal. Die Zahlen sind daher nicht mit älteren Angaben wie 696.444 Beschäftigten für 2023 vergleichbar.

Minijobs prägen die Branche

Von allen Jobs waren 2024 rund 500.000 sozialversicherungspflichtig und knapp 470.000 geringfügig, ein Anteil von 46,7 %. In einer Herbstumfrage 2026 des Bundesinnungsverbands gaben die Betriebe an, dass fast die Hälfte ihrer Beschäftigten im Minijob arbeitet und 77 % davon einen weiteren Job haben.

Für Auftraggeber ist das relevant: Viele Reinigungskräfte arbeiten zu Randzeiten und bei mehreren Arbeitgebern. Feste Teams, klare Zeiten und eine verantwortliche Ansprechperson sind deshalb ein echtes Qualitätsmerkmal.

Branchenmindestlöhne über dem gesetzlichen Mindestlohn

In der Gebäudereinigung gilt ein eigener, allgemeinverbindlicher Mindestlohn. In Lohngruppe 1, der Innen- und Unterhaltsreinigung, stieg er von 14,25 € (2025) auf 15,00 € pro Stunde (2026). In Lohngruppe 6, der Glas- und Fassadenreinigung, von 17,65 € auf 18,40 €.

Die Verordnung läuft am 31. Dezember 2026 aus, die nächste Tarifrunde läuft. Auftraggeber sollten mit weiteren Anpassungen rechnen und Verträge so gestalten, dass Lohnerhöhungen nachvollziehbar weitergegeben werden.

Personal ist auch hier knapp

Im KfW-ifo-Fachkräftebarometer vom Oktober 2025 gaben mehr als 40 % der Betriebe aus der Gebäude- und Gartenbetreuung an, durch fehlende Fachkräfte eingeschränkt zu sein, deutlich mehr als der Durchschnitt aller Branchen mit 25,8 %.

Der Blick auf Berlin

In Berlin zählte das Gebäudereiniger-Handwerk 2024 genau 2.171 Unternehmen mit 71.100 Jobs und 3,02 Milliarden Euro Umsatz. Der Minijob-Anteil ist mit rund 23 % deutlich niedriger als im Bundesschnitt.

Worauf Auftraggeber achten sollten

Ein niedriger Angebotspreis sagt wenig, solange nicht klar ist, wie viele Stunden dahinterstehen. Vergleichen Sie Angebote auf Basis eines schriftlichen Leistungsverzeichnisses: Welche Flächen, wie oft, in welcher Zeit, mit welchem Qualitätsmaßstab?

Fragen Sie außerdem, wer das Personal führt, wie Vertretungen organisiert sind und wie Reklamationen bearbeitet werden. In einer Branche mit vielen Teilzeit- und Zweitjobs entscheidet die Organisation über die Qualität.

Steigende Branchenlöhne und viele Minijobs: Gute Reinigung erkennt man nicht am Preis, sondern an Leistungsverzeichnis, festen Teams und klarer Verantwortung.

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